Historische Funde

Es bestehen lediglich Vermutungen, wonach am Fuße des Olymp in der griechischen Stadt Dion gefundene Reste eines orgelähnlichen Instruments aus der Zeit um 100 v. Chr. stammen. Nahe Budapest wurden ebenfalls Orgelteile ausgegraben und mit 228 v. Chr. datiert.



Die ersten Orgeln

Zur Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. schuf der in Alexandrien beheimatete Ingenieur Ktesibios mit einer Wasserorgel den Vorläufer heute bekannter Orgeln. Bei diesem „Hydraulis“ genannten Instrument wurde mithilfe von Wasser Druck erzeugt und dieser in Röhren aus Bronze geleitet. Das mobile, aus China stammende Instrument „Scheng“ wird ebenfalls als Urahn heute bekannter Orgeln angesehen.



Weitere Entwicklung im Zeitraffer

Schon im 7.Jahrhundert n. Chr. wurden Orgeln aus Byzanz an Kaiserhäuser geliefert. Und während der Herrschaft der Karolinger ab 751 n. Chr. wurden Gottesdienste musikalisch-durch große Orgeln begleitet. Die Einteilung von Pfeifen in Register und Teilwerke wurde ab dem 14. Jahrhundert vorgenommen. Neben großen wurden auch kleine Orgeln mit wenigen bzw. einem Register produziert und Portativ oder Positiv genannt.

Nachdem im 17. Jahrhundert Orgelschulen in ganz Deutschland gegründet wurden, entwickelte sich auch der Orgelbau. Als Orchesterinstrument fanden Orgeln im 19. Jahrhundert auch in Frankreich Eingang. Albert Schweitzer und Ernst Rupp begründeten die „Elsässische Orgelreform“. Diese sollte bewirken, dass sich der Klang einer Orgel wieder an die Ideale des 18. Jahrhunderts anlehnte. Und in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Orgelklänge des 19. Jahrhunderts wieder „modern“.

Zu den ältesten noch spielbaren Orgeln der Welt zählen die um 1435 für die Basilika de Valère im schweizerischen Sion erbaute sowie die Orgeln in Rysum und St. Valentinus in Kiedrich sowie die Epistelorgel der Basilika San Petronio in Bologna. Sie enthalten jedoch nur noch wenige Originalteile.



Die größte Orgel der Welt

Sie steht in Atlantic City in der Convention Hall und weist mehr als 33.000 Pfeifen in 337 Registern auf. Die Orgel wäre über sieben Manuale spielbar, denn die komplette Anlage ist seit Jahrzehnten unauffindbar. Aufgrund weniger intakter Pfeifenreihen gilt die Orgel als weltweit größte Orgel.



Die größte intakte Orgel

1904 wurde sie in St. Louis im Rahmen der Louisiana Purchase Exposition mit 140 Registern und 10.000 Pfeifen als größte Orgel der Welt ausgestellt.1909 von John Wanamaker gekauft und in das sieben Etagen umfassende Kaufhaus Wanamaker eingebaut, wurde sie bis 1917 auf 232 Register und 17.000 Pfeifen erweitert. Bis 1930 wurden weitere Teilwerke mit insgesamt 408 Registern mit mehr als 28.700 Pfeifen und ein Spieltisch mit sechs Manualen hinzugefügt. Sie erklingt aktuell regelmäßig im Rahmen von Konzerten.



Die größte Kirchenorgel

Sie steht im Stephansdom im Passau und besteht aus fünf räumlich getrennten Orgelwerken mit insgesamt 233 Registern und knapp 18.000 Pfeifen. Neben Pfeifen aus Holz und Metall enthält die Orgel auch vier Glockenspiele. Die größte Pfeife weist ein Länge von 11 Metern und ein Gewicht von 306 Kilo auf. Die kleinsten Pfeifen sind 11 Millimeter lang. Von einem Tisch auf der Empore aus spielbar, erklingt sie jährlich ab Mai bei täglich zweimal stattfindenden Konzerten.



Einer Anekdote nach, war Orgelspiel auch eine Disziplin der Olympischen Spiele. 90 v. Chr. soll ein gewisser Antipatros aus Kreta den Bewerb gewonnen haben. Als Sieger geehrt, erhielt er eine Bronzefigur, eine Gravur seines Namens am Tempel und das Recht, das Orakel von Delphi befragen zu dürfen.

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